Baugerüst Artur-Ladebeck-Str./Friedrich-List-Straße – Teil III

Heute erhielt ich auch eine recht ausführliche Antwort von Herrn Spree:

Schönen Guten Tag Herr Finke,

noch einmal herzlichen Dank für Ihren Hinweis.

Bevor ich auf die Situation vor Ort eingehe, noch einige kurze Informationen zu der erforderlichen Breiten von Gehwegen und Radwegen im Zuge von Baustellen:

Maßgebend für die Breiten von Verkehrsräumen im Rahmen von Baustellen sind die „Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA 95)“. Diese gelten bundesweit und stellen den aktuellen Stand der Technik dar. Darüber hinaus gibt es Hinweise der Länder (so auch vom Land NRW in der Broschüre „Baustellenabsicherung im Bereich von Geh- und Radwegen“) welche Breiten darüber hinaus für Geh- und Radwege empfohlen werden, um für den Fuß- und Radverkehr ein Mindestmaß an Komfort (und Sicherheit) sicherzustellen. Für Radwege gilt dabei eine Breite von 1,00m als Empfehlung.

Wie angekündigt, habe ich mir gestern die Situation vor Ort angesehen und nachgemessen:

Zwischen der Fahrbahn und dem Gerüst verbleibt an der schmalsten Stelle eine Breite von rd. 1,20m. Damit wird „formal“ den o. g. Anforderungen Genüge getan. Gleichwohl kann ich Ihr Empfinden absolut nachvollziehen, dass es wenig angenehm ist, die Engstelle bei einem gleichzeitig vorbeifahrenden LKW zu passieren. Wir werden daher kurzfristig Absperrbaken auf der Fahrbahn aufstellen, um einen Sicherheitsraum zwischen Kfz-Verkehr und Radfahrenden zu schaffen.

Hinsichtlich der nicht funktionierenden Beleuchtung und den losen Enden des Schutznetzes haben wir den Bauherren angemahnt, kurzfristig für Abhilfe zu sorgen.

Wir hoffen, Ihnen (und allen anderen Radfahrenden) eine pragmatische und gute Lösung anbieten zu können. Sollten Sie ergänzende Erläuterungen wünschen, stehen wir Ihnen für diese selbstverständlich gern – auch telefonisch – zur Verfügung.

Bis dahin verbleiben wir

mit freundlichen Grüßen

I.A.
Oliver Spree

Die von Herrn Spree gemessenen 1,20 Meter kann ich nicht nachvollziehen. Das mag die Breite an der breitesten Stelle, aber niemals an der schmalsten Stelle sein.

Interessant ist der Hinweis auf die „Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA 95)“. Wie der Name schon sagt: Diese ist über zwanzig Jahre alt. So muten sie auch an 🙁

An der Breite des zur Verfügung stehenden Radweges ändern dieses Warnbaken zwar nichts, aber immerhin werden die KfZ durch diese auf Abstand gehalten.

Leider dauerte es von jetzt an noch knapp zwei Wochen, bis die Baustelle einigermaßen sicher zu passieren war.

Baugerüst Artur-Ladebeck-Str./Friedrich-List-Straße – Teil II

Immerhin kam direkt heute Morgen eine Anwort des Amtes für Verkehr. Aber auch hier ist man immer noch der Meinung, die Baustelle sei korrekt ausgeschildert und eingerichtet.

Sehr geehrter Herr Finke,

ich habe mich gerade noch einmal auf den aktuellen Stand gebracht. Die aktuell geforderte Mindestbreite an Radwege im Baustellenbereich wurde auf 1,00 m angehoben (sodass die vorhandenen 1,20 m im Bereich der jetzigen Baustelle immer noch ausreichen). Die von Ihnen genannten 1,50 m (vorher waren es 1,60 m) betreffen lediglich den gemeinsamen Geh- und Radweg im Baustellenbereich. Dies ist in dem jetzigen Fall nicht zutreffend, da die Fußgänger ja durch den Tunnel geführt werden. Bezüglich der Information über die kaputte Leuchte bedanke ich mich. Dies ist Herrn Mika gestern wohl nicht aufgefallen, bei der Abnahmekontrolle waren aber alle Leuchtelemente intakt. Ich habe den Gerüstbauer soeben darauf hingewiesen, dass diese unverzüglich ausgetauscht werden soll.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben, ansonsten habe ich Ihnen ja meine Kontaktdaten genannt bzw. stehen auch unten.

Mit freundlichen Grüßen

I.A.
N….

und weiter:

Sehr geehrter Herr Finke,

 

ergänzend zu meiner letzten E-Mail möchte ich hinzufügen, dass die Mindestbreite für den Radfahrstreifen 1,50m gefordert werden, da sind Ihre Angaben durchaus korrekt. Bei der aktuellen Baustelle handelt es sich jedoch um Radweg und nicht Radfahrstreifen. Zudem war meine Angabe bezüglich der Mindestanforderung für den gemeinsamen Geh- und Radweg soeben falsch, tatsächlich beträgt diese aktuell 2,00m (früher waren es 1,60m).

 

Mit freundlichen Grüßen

I.A.
N…

Zu diesem Zeitpunkt kannte ich noch nicht die genauen Bestimmungen, die die Mindestbreite von Radwegen innerhalb von Baustellen regeln. Daher versuchte ich es noch einmal:

Guten Morgen Frau …,

dann sind wir uns ja jetzt einig, dass die aktuelle Situation nicht regelkonform ist. Ich fordere Sie hiermit erneut auf, dieses zu ändern, z.B. durch eine Sperrung einer Fahrspur der Artur-Ladebeck-Straße.

Außerdem bildet das umherflatternde Netz eine zusätzliche Gefahrenquelle, da sich dieses leicht im Fahrrad verhaken kann.

Mindestbreite für einen Radweg (getrennter Rad/Fußweg) beträgt 1,50 Meter.

Ich warte auf Ihre Rückmeldung. Vielen Dank.

Viele Grüße

Allmählich gehe ich der Mitarbeiterin der Stadt Bielefeld wohl auf die Nerven, der Ton wird rauer:

Herr Finke,

ich habe leider das Gefühl, dass Sie mich nicht verstehen wollen. Die Mindestanforderung an die Breite des Radweges in dem jetzigen Fall beträgt 1,00 m! Diese Breite ist bei der aktuell vorhandenen 1,20 m voll gegeben. Es besteht kein Grund zusätzlich die Fahrspur der Artur-Ladebeck-Straße zu sperren, daher kann ich das auch nicht veranlassen. Es gibt daher nichts weiter in diesem Zusammenhang zu veranlassen. Die Störung durch „umherflatternde Netz“ wurde gestern nicht festgestellt. Ich werde aber gleich den Gerüstbauer darum bitten, darauf besonders zu achten.

Mit freundlichen Grüßen

I.A.
N…

Da ich offensichtlich bei Mitarbeitertn kein Verständnis für Radfahrer erwecken kann, gehen die nächsten E-Mails dann auch an den Radfahrbeauftragten der Stadt Bielefeld.

sehr geehrte Frau …, sehr geehrter Herr Spree,

ich habe Sie schon verstanden. Sie ruhen sich auf Ihren Vorschriften und Normen aus, während ich täglich diese Engstelle passieren muss. Wenn Sie bis zum äußeren Rand des Bürgersteiges messen, kommen Sie vielleicht auf knapp einen Meter. Und was ist dann mit dem Sicherheitsabstand zu den KfZ? Stellen Sie sich ein Schulkind vor, dass neben einem 40-Tonner die Baustelle passiert. Sind Sie dann immer noch der Meinung, dass der Radweg sicher benutzbar ist?

Herr Spree, wie sehen Sie das als Radfahrbeauftragter?

Viele Grüße
Immerhin kommt prompt seine Antwort (mit Aussicht auf Besserung?). Wir sind gespannt …

Hallo Herr Finke,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Die Situation werde ich mir heute Nachmittag ansehen und mich anschließend mit Frau … austauschen. Wir melden uns dann wieder bei Ihnen.

Bis dahin wünsche ich Ihnen weiterhin sichere Fahrt.

Freundliche Grüße

I.A.
Oliver Spree

 

Baugerüst Artur-Ladebeck-Str./Friedrich-List-Straße – Teil I

Nachdem ich mich schon längere Zeit über diese Baustelle geärgert hatte, ich aber bisher noch keine Meldung bei der Stadt Bielefeld gemacht hatte, habe ich heute morgen meine Meinung geändert. Als ich wieder einmal in Schrittgeschwindigkeit die Baustelle passieren musste, bemerkte ich einen Radfahrer, der nach Aussage Helfender auf den Krankenwagen wartete. Daher entschloss ich mich, folgende Mail an die Stadt Bielefeld (Amt für Verkehr) zu schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Wochen blockiert an der Kreuzung Artur-Ladebeck-Str./Friedrich-List-Straße (Fahrtrichtung Brackwede) ein Baugerüst den Radweg. Jeden Morgen frage ich mich, wann es hier wohl zu einem Unfall kommen wird. Heute morgen war es soweit. Ein Radfahrer fuhr gegen das Baugerüst, ein RTW musste gerufen werden.

Bitte sorgen Sie unverzüglich für eine Verbesserung der Situation für Radfahrer. Es ist echt gefährlich, da der Weg, der uns bleibt maximal 50 Zentimeter beträgt – dicht neben der stark befahrenen Straße. Normalerweise müsste eine Spur der Artur-Ladebeck-Straße gesperrt und für den Radverkehr reserviert werden.

Ich bitte um eine Rückmeldung. Danke!

Die Antwort kam immerhin noch am gleichen Tag:

Sehr geehrter Herr Finke,

die Baustelle an der Artur-Ladebeck-Straße Ecke Friedrich-List-Straße wurde heute durch unseren Mitarbeiter Herrn Mika kontrolliert. Es konnten keine Mängel festgestellt werden. Das Gerüst ist richtig aufgebaut und ausreichend beleuchtet. Die vorhandene Straßenbreite für den Radverkehr beträgt 1,20 m und ist bei einer vorgeschriebenen Mindestanforderung an die Breite des Radweges von 0,80 m ausreichend. Die Fußgänger müssen den aufgebauten Tunnel benutzen.

Bezüglich der Fragen zur Technischen Ausführung können Sie sich gern direkt an Herrn Mika (0521-513503 oder 0151-44146134) wenden. Bei weiteren Fragen oder Anregungen stehe ich Ihnen auch gern telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

I.A.
N…

Naja, das war eine Antwort, die ich erwartet, aber nicht erhofft hatte …

Sehr geehrte Frau …,

ich muss Ihnen hier leider widersprechen. Die Mindestbreite eines benutzungspflichtigen Radweges beträgt keinesfalls 80 Zentimeter sondern 1,50 Meter. Wie die Messung Ihres Kollegen ergeben hat, wird diese deutlich unterschritten.

Ich füge zur Verdeutlichung ein Foto an. Hieraus können Sie auch erkennen, dass das Gerüst keineswegs beleuchtet ist. Die Lampe ist nämlich defekt.

Ich bitte Sie nochmals, sich um die Sicherheit der Radfahrer zu kümmern, ehe es zu einem schwereren Unfall kommt.

Ich bitte um Rückmeldung. Danke!

Viele Grüße